
Am Mittwoch, den 15. Juli durfte das Demenz Forum mit seinen Gästen eine der seltenen Führungen durch die Mausoleen auf der Rosenhöhe erleben.
15 Gäste führt Nicolaus Heiss über die Gärten zum neuen und zum alten Mausoleum. Schon auf dem Weg gab es viele spannende Informationen. Wer weiß schon, dass es in Magdeburg ein Pendant zum Löwentor gibt, nur mit Pferden obendrauf. Weiter ging es über die Künstlerhäuser zum Teehaus. Ein zweites Teehaus befindet sich übrigens, nach Verkauf der Grundstücke des ehemaligen Parkareals, auf einem Privatgrundstück.
Dann stehen wir vor dem alten Mausoleum. Dies wurde errichtet zum Gedenken an die früh verstorbene Prinzessin Elisabeth. Der vorliegende Trauerwald, ein Ausdruck der Verzweiflung der Mutter. Innen schlichte Eleganz, alles ist konzentriert auf die meisterhafte Statue der Prinzessin Elisabeth.
Ein Highlight der Führung dann das neue Mausoleum, welches von außen ja viel älter und extrem schlicht aussieht. Drinnen erwarten uns Tausende von Mosaiken, der ganze Raum funkelt und strahlt. Und obwohl viel restauriert werden muss, sind alle sehr beeindruckt. Die Gruppe, die immer wieder ergriffen verharrt und aufpasst, die Ruhestätten respektvoll zu behandeln, hängt an den Lippen von Herrn Heiss.
Auch unsere Gäste mit Demenz bekommen nicht genug. Dann aber nach circa 1,5 Stunden begeben wir uns auf den Rückweg. Dankbar und froh, diese besondere Führung erlebt haben zu dürfen, gehen wir nach Hause, TK
Bereits im Hof herrscht bunte, laute Jahrmarkt-Stimmung. Ein alter Mann heißt uns herzlich willkommen. Junge Artist:innen malen Herzchen auf unsere Hände, verteilen Lollis an Kinder und Erwachsene und zeigen auf Stelzen ihr erstes Können.
Überall lebendiges Gewusel – die Vorfreude in unserer Gruppe steigt.
Im Zelt sind für uns 5 Vierer-Tische reserviert. Ich sitze zusammen mit einem Ehepaar am Tisch, von dem der Mann an Demenz erkrankt ist. Er erzählt mir mehrfach vor der Vorstellung und in der Pause, wo er geboren wurde, wie er nach Darmstadt kam, dort seine Frau kennenlernte und wo er gearbeitet hat.
Er freut sich, hier zu sein.
Zuckerwatte gibt es – auch in der Pause - an den Getränkeständen.
Es geht los: der Einzug der Circus Truppe erfordert unsere Aufmerksamkeit.
Ein rotes Kassenhäuschen wird mit lauter Musik, Begeisterungsrufen und Remmidemmi am Rand der Manege platziert. Und schon differenzieren sich die ersten Jonglier- und Diabolo-Künstler aus dem Gewusel; 2er-Päarchen bilden sich und zeigen die ersten akrobatischen Bodennummern.
Mein Tischnachbar ist emotional voll dabei: er hat Spaß an den Darbietungen und singt bei dem alten Schlager „Sugar, Sugar“ lauthals mit, klatscht mit den Händen während des Programms begeistert im Rhythmus der Musik, lacht aus vollem Herzen bei lustigen Szenen. Seine Kommentare zum Geschehen sind nicht zu überhören.
Als plötzlich der Strom „ausfällt“ entsteht ein lautes Chaos in der Manege. Geisterbahn-Stimmung breitet sich aus. Wir werden in der Dunkelheit von hinten angeleuchtet und geräuschvoll erschreckt.
Die schweren Jungs von „Hau den Lukas“ werden von zierlichen Mädchen mit Schwimmnudeln „besiegt“. Gruppen- und Darbietungen in kleineren Einheiten wechseln sich ab. Jahrmarktmäßige Vergnügungen werden mimisch und mit entsprechenden Geräuschen umgesetzt. Die Wahrsagerin mit der Glaskugel sowie zwei weitere Artistinnen verbreiten eine geheimnisvolle Atmosphäre etwa wie in E. Griegs „Peer Gynt“.
Die Nummern werden zunehmend riskanter, ja regelrecht waghalsig: Ein „alter“ Mann mutiert nach einem „Sturz“ aus einem oberen Stockwerk zu einem „Un-Tier“ und wütet gekonnt mit animalischem Gebrülle und akrobatischen Sprüngen in der Manege herum.
Jugendliche Artistinnen wagen sich an Seilen, hängenden Ringen und besonderen Stoffbändern immer höher in die Luft, wo sie unter der Zirkuskuppel artistische Höchstleistungen zeigen. Lediglich eine große Matratze auf dem Boden könnte einen möglichen Sturz abmildern. Wir halten so manches Mal den Atem an und klatschen befreit Beifall, wenn alles gut geht. In solchen Momenten bezieht mein Tischnachbar gerne seine Frau und mich in sein Erleben mit ein.
Überhaupt wird an Beifall und Begeisterungsrufen nicht gespart. Künstler:innen wie Zuschauer:innen genießen das in vollen Zügen. Die Freude und der Stolz über die gelungenen Leistungen steht in den jugendlichen Gesichtern geschrieben, was mich sehr berührt.
Fazit: Ein tolles gemeinschaftliches Erlebnis für uns Besucher:innen und die jungen Artist:innen. Da sitzen Menschen mit Demenz und ihre Zugehörigen zusammen mit Familien, Kindern, Großeltern, mit Menschen im Rollstuhl oder am Rollator im Zirkuszelt und erleben gemeinsam lustige, bewegende, spannende, erlösende Momente. Es ist eine besondere Kultur zu beobachten und zu spüren. Ohne Disziplin, Vertrauen, Verlässlichkeit, Mut und Zuversicht im Circus-Team könnte diese Vorstellung niemals stattfinden. Und trotzdem dürfen Fehler passieren und werden charmant übergangen – the show must go on. Hier kann sich kaum jemand wirklich „daneben benehmen“, indem er seine Gefühle kund tut; eine Umgebung, wie geschaffen für Menschen mit Demenz. Erfreut und glücklich verabschieden wir uns voneinander und sind dankbar für diese 2,5 stündige Auszeit (incl. Pause) vom Alltag. Diese Freikarten sind wirklich ein Geschenk! TS
Wir bedanken uns bei der Dotterstiftung für die Finanzierung dieser Veranstaltung.
Erwartungsfroh findet sich eine Gruppe von älteren Herrschaften vor der Tür zum „Das Stroh“ ein. Heute soll es wieder eine kurzweilige Zeit bei einem Tanzworkshop für das Demenzforum Darmstadt geben. Innen ist noch alles dunkel und es rührt sich nichts. Merkwürdig, falscher Tag, falsche Uhrzeit? -Ein kurzer Anruf genügt zur Klärung. Innerhalb von Minuten ist die Chefin Katja Scheffler zur Stelle, schließt die Türen auf, macht Licht, stellt die Musik an… und schon geht es los mit den ersten Ansagen.
Einmal Klatschen oben links, einmal unten rechts. Nicken zum linken, Nicken zum rechten Nachbarn, ein Schritt vor, einer zurück und von vorne! -Ruckzuck sind alle in Bewegung und bemüht, die Übungen nachzumachen. Es kommen Schwimmnudeln zu Einsatz. Mit diesen wird „jongliert“, abgeklatscht, ein Doppel gebildet, links herum – rechts herum – aufgelöst und weiter zum nächsten Nachbarn. Alle sind am Kichern, auch gerade dann, wenn es mal nicht so klappt wie gewollt. Aber hier gibt es keinen Zwang, kein Richtig oder Falsch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind gelöst, locker und gesellig miteinander in Bewegung.
Und ruck-zuck ist die Übungsstunde um! Ooh, da ist die Zeit aber rasch verflogen! Hoffentlich bald wieder, Katja! Immerhin, am Ende sitzen die Gäste noch bei Kaffee und Kuchen zusammen und freuen sich, an diesem schönen Nachmittag dabei gewesen zu sein!
Wir bedanken uns bei der Dotterstiftung für die Finanzierung dieses schönen Angebots.
Nach langer Pause endlich wieder einmal ein Spaziergang mit den Grautieren, juchuu! Tatsächlich sind Henry und Max, zwei alte Bekannte von den Streuobstwiesen in Eberstadt, mit dabei! Die kleine Herde besteht jedoch auch noch aus Frodo, der Streifen an den Beinen trägt; Ferdinand, ein weiß-grauer Esel und besonderes Sensibelchen. Dazu gehören auch Gandolf, ein weißer Esel, der gern hinten geht sowie Winni Pooh, ein kleines, braunes Tier, das leicht mal erschrickt. Die sechs Gesellen beweiden im Hauptamt einen Bereich des Griesheimer Waldes. Heute jedoch dürfen wir mit ihnen darin spazieren gehen. Die Esel stehen nahe am Haus Waldeck, am Rande eines Spazierweges, und erwarten uns schon zusammen mit ihrer Betreuerin Sarah Wieser.
Los geht es erst einmal mit etwas Zaumzeug um den Kopf und je ein oder zwei Stricke zum Führen. Als alle startklar sind, finden sich schnell Partnerschaften zusammen, wer mit wem losgeht. Vorneweg marschiert ein tiererfahrener Großvater mit seinem kleinen mutigen Enkel, der sich geschickt beim Führen einbringt.
Gemütlich zieht die Gruppe über die Wege im Wald, immer auch darauf bedacht, dass die Tiere nicht zu viele Gelegenheiten zum Stehen bleiben und Naschen am Wegesrand wahrnehmen. Tiere und Menschen verstehen sich alle bestens an diesem sonnigen Nachmittag und freuen sich über die gemeinsame Unternehmung. Zwischendurch wird eine kleine Rast zum Trinken und Stärken für die Zweibeiner eingelegt. Dann geht es auch schon wieder heimwärts, das letzte Stück über eine Gasse vorbei am Altenwohnheim zum Stellplatz.
Dort angekommen machen wir erstmal ein tolles Gruppenfoto, wenn sich denn die Herren Esel mal endlich von der richtigen Seite zeigen würden…!
Zum Schluss werden die neuen Freunde noch ein wenig gebürstet, gestreichelt und gekuschelt. Die Hufe kratzt Sarah Wieser aus und dann geht es zurück auf den Stellplatz. Manch Esel geht nicht ganz freiwillig, denn vor dem Zaun scheinen das Gras und die Kräuter wohl eindeutig grüner zu sein.
Hochzufrieden und fröhlich verabschiedet sich die Gruppe und hofft schon auf eine Wiederholung später im Jahr.
An einem regnerischen kalten Dienstagnachmittag ging es zu einer besonderen Führung in das Schlossmuseum in Darmstadts Mitte. Zwei Ehrenamtliche und eine hauptamtliche Mitarbeiterin vom Demenzforum erwarteten die angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer im trockenen Eingangsbereich. Leider kamen nicht alle angemeldeten Gäste, so dass eine kleine Runde zur Führung aufbrach.
Und dann konnten wir auch schon gleich die Kammerzofe kennenlernen, die uns durch das Schlossmuseum führen sollte. Unsere Kammerzofe war in originalgetreuer Kleidung erschienen.
So konnten wir einen Eindruck gewinnen, wie man sich in damaliger Zeit gekleidet hat, so dass man auch im kältesten Winter nicht friert.
Ebenso wurde uns verdeutlicht, dass das Tragen eines Fischbeinkorsetts oder auch eines Korsetts, welches mit Reetstangen gestärkt war, eine sehr gute Stütze und ein durchaus angenehmes Tragen dargestellt hat. Man durfte auch auf ausdrücklichen Wunsch hin sogar auf Tuchfühlung gehen und die Kleidung auch anfassen.
Imposant war auch zu erfahren, wie in damaliger Zeit nach Ehegatten für unverheiratete Töchter der Herrschaften gesucht wurde. Es wurde ein Maler engagiert, der die Damen möglichst vorteilhaft darstellte und mit diesen Werken unter den Armen machten sich Bedienstete auf, um dem ausgewählten Interessenten seine evtl. zukünftige Gattin vorzustellen.
Mit diesen und anderen Geschichten sowie vielen Eindrücken, die wir in den Räumen aus dieser Zeit gewinnen konnten, verbrachten wir einen kurzweiligen Nachmittag.
Wir bedanken uns für die Führung bei der Kammerzofe.
Nach und nach kommen die Teilnehmenden in den großen Saal des Memory Hauses. Dort wartet schon ein weiter Kreis von Sitzgelegenheiten, in deren Mitte ein schöner Topf mit Frühlingsblühern steht. Draußen lacht die Sonne vom blauen Himmel herab. Vor den großen Fenstern hat eine große Blutpflaume ihr schönstes Frühlingsgewand aus rosa-weißen Blüten angezogen! Ja, der Frühling schaut herein, als er an diesem Nachmittag besungen wird.
Petra Acker wendet sich an die Gäste, mit ein paar Lockerungsübungen erstmal warm werden. Das ist unterhaltsam, wie sich alle ein wenig recken und strecken. Dann geht’s auch schon lustig los mit dem einfachen Kanon „Bruder Jakob“ und einem weiteren Kanon gleich hinterher. Das klappt so gut, dass alle als nächstes dreistimmig singen und es klingt ganz wunderbar. So werden viele bekannte Frühlings- und Wanderlieder angestimmt an diesem Nachmittag und allen macht es sichtlich Freude. – Dabei hatten doch bei der Anmeldung noch einige ihre Zweifel geäußert, überhaupt singen zu können? Und wie sie es alle können! So gut, dass es wohlklingend durch das Haus hallt. Sehr zur Freude der Kolleginnen, die den Wohlklang bei der Arbeit genießen.
In einer kleinen Trinkpause kommt eine neugierige Kollegin schauen, ob es denn noch mehr musikalische Untermalung gibt und stimmt in der 2. Runde gleich selbst mit ein. Im Nu ist das Singtreffen zu Ende. Die Gäste gehen wohlgelaunt nach Hause, und selbst die Mitarbeiterinnen tragen ein Lächeln im Gesicht an diesem Nachmittag.
Am 26. Februar war es wieder so weit: es ging ins „Stroh“, die junge Tanzschule in Darmstadt-Eberstadt, hinter der Wartehalle zentral gelegen.
Im Empfangsbereich warteten schon die frisch gedeckten Kaffeehaus-Tische auf uns. So ergaben sich schon kleine Gesprächsrunden. Mit einem großen „Hallo“ wurde unsere Tanzlehrerin Katja begrüßt. Manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer kannten sie schon vom letzten Tanztermin. Aber auch neue Gäste gesellten sich dazu. Aus ihrer Erzählung konnte man entnehmen, dass sie große Tanzsport-Begeisterte waren. Wenn die guten alten Zeiten auch schon einige Jahre zurücklagen, waren die Erinnerungen daran doch sehr lebendig. Bei der Erzählung über ein Tanzturnier in der Jahrhunderthalle in Höchst leuchteten die Augen.
Katja, unsere Tanzlehrerin, brachte die Gruppe im Stuhlkreis mit einer rhythmischen Klatsch-runde auf Touren. Die bunte Deko im Raum erinnerte an die zurückliegende Fastnacht und so wurden die Stühle zur Seite geschoben, um Platz für schwingende Bewegungen mit Luftballons zu machen. Diese gingen dann in Tanzschritte über, die zu immer neuen Melodien variierten.
Die Zeit verging wie im Flug… Bei einer abschließenden Kaffee- und Kuchen-Runde war die Stimmung gut und alle freuten sich auf die in Aussicht gestellten weiteren Termine.
Wir bedanken uns bei der Dotterstiftung für die Finanzierung der Veranstaltung.
Welch eine intensive musikalische Reise durch die Jahrzehnte beim 74. Dotterkonzert im Ernst-Ludwig-Saal in Darmstadt-Eberstadt. Mit vertrauten Schlagern von Udo Jürgens, Hildegard Knef, Nana Mouskouri, Georg Franz Kreisler bis hin zum Volkslied „Die Gedanken sind frei“ bot sich ein buntes Kaleidoskop bekannter Lieder, Schlager und Chansons. Insgesamt 23 Angehörige, Betroffene und Begleiter des DemenzForumDarmstadt erlebten an diesem Abend Unterhaltung auf höchstem Niveau.
Durch das Erklingen diverser Instumente – Klavier, Trompete, Ukulele, Glocken und Stimme (bis zum hohen C !) - sowie einem facettenreichen Schauspiel, konnte der anstrengende Alltag für die Gäste in den Hintergrund treten.
Horst Maria Merz und Antje Rietz ist es gelungen, den ein oder anderen Jauchzer aus der Kehle der Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu entlocken. Und in allen Augen war zu lesen: “Ich spüre das Glück und öffne mein Seelen-Fenster, um es hereinzulassen“.
Wir bedanken uns bei der Dotter-Stiftung für die Finanzierung dieses schönen Angebots.
Die Sonderausstellung „RAISE THE ROOF“ auf der Mathildenhöhe lockte schon seit Sommer letzten Jahres viele Besucher an. Die Künstlerin Nevin Aladag bedient sich in ihrem Werk verschiedener künstlerischer Ausdrucksformen wie Malerei, Skulptur, Textil-, Klang- und Video-Elementen, die in ihrer Verknüpfung vielfältige Sinneswahrnehmungen und neue Interpretationen ermöglichen.
Das hat auch eine Gruppe von 16 Gästen des Kulturprogramms „Bewegen & Begegnen“ in die Ausstellung gelockt.
Die zwei jungen Mitarbeiterinnen des Institut Mathildenhöhe Maren Meier und Julia Hichi führten die Gruppe durch die verschiedenen Räume der Ausstellung und brachten den Gästen die Aussagen der Ausstellungsstücke und ihre Bezüge zu den Themen der Künstlerin, zu Zeit und Raum nahe.
Die farbenfrohen Bildflächen im ersten Raum verknüpft mit verschiedenen Musikinstrumenten schienen miteinander zu spielen, Klänge heraufzubeschwören. Skulpturen, die übergroß an Instrumente erinnern, füllten den Raum mit einer besonderen Präsenz. Fasziniert schauten die Gäste im nächsten Raum auf drei wandfüllende Videoleinwände. Sie konnten Geräusche und Bewegungen von klingenden Alltagsgegenständen in unterschiedlicher Umgebung verfolgen, mal im städtischen Raum, mal in der Natur und wüstenartigen Landschaften. Die Orte stehen in Verbindung mit den Lebens- und Erfahrungsorten der Künstlerin und entfalteten in diesem ansonsten ganz stillen Raum eine beeindruckende Nähe und zogen geradezu in ihren Bann.
Im nächsten Raum fielen an der Wand Abdrücke von Kanonenkugeln auf gespannten Notenlinien ins Auge. Davor waren allerlei stilvolle Möbel aus der Zeit um 1910 arrangiert, die auf die Tradition des Ortes Künstlerkolonie Mathildenhöhe verwiesen. Die Möbel gaben auch einen Hinweis auf das früher verbreitete Musikzimmer, indem sie selbst durch Elemente von Instrumenten ergänzt zu Musikinstrumenten verwandelt erschienen. Hier wurde von einigen Gästen wie schon im ersten Raum erneut bedauert, dass all die gezeigten Objekte nicht berührt oder gar „bespielt“ werden durften, obwohl sie einen hohen Aufforderungscharakter zeigen.
Im letzten Raum wurden die Teilnehmenden jedoch mit einem besonderen Objekt entschädigt. Denn hier stand eine Großskulptur, die aus verschiedenen Instrumenten eine Einheit formte. Dort konnten die Gäste an verschiedenen Stellen selbst Töne und Klänge erzeugen und gemeinsam das Objekt erklingen lassen. Da gingen auch eher zurückhaltende Menschen einmal an das Objekt heran und schlugen den einen oder anderen Ton an. Das bereitete viel Vergnügen und war ein schöner Abschluss dieser interessanten Führung.
Wir bedanken uns beim Institut Mathildenhöhe, insbesondere bei Maren Meier und Julia Hichi für diese eindrucksvolle Führung und den besonderen Zugang zum Werk der Künstlerin.