
Erwartungsfroh findet sich eine Gruppe von älteren Herrschaften vor der Tür zum „Das Stroh“ ein. Heute soll es wieder eine kurzweilige Zeit bei einem Tanzworkshop für das Demenzforum Darmstadt geben. Innen ist noch alles dunkel und es rührt sich nichts. Merkwürdig, falscher Tag, falsche Uhrzeit? -Ein kurzer Anruf genügt zur Klärung. Innerhalb von Minuten ist die Chefin Katja Scheffler zur Stelle, schließt die Türen auf, macht Licht, stellt die Musik an… und schon geht es los mit den ersten Ansagen.
Einmal Klatschen oben links, einmal unten rechts. Nicken zum linken, Nicken zum rechten Nachbarn, ein Schritt vor, einer zurück und von vorne! -Ruckzuck sind alle in Bewegung und bemüht, die Übungen nachzumachen. Es kommen Schwimmnudeln zu Einsatz. Mit diesen wird „jongliert“, abgeklatscht, ein Doppel gebildet, links herum – rechts herum – aufgelöst und weiter zum nächsten Nachbarn. Alle sind am Kichern, auch gerade dann, wenn es mal nicht so klappt wie gewollt. Aber hier gibt es keinen Zwang, kein Richtig oder Falsch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind gelöst, locker und gesellig miteinander in Bewegung.
Und ruck-zuck ist die Übungsstunde um! Ooh, da ist die Zeit aber rasch verflogen! Hoffentlich bald wieder, Katja! Immerhin, am Ende sitzen die Gäste noch bei Kaffee und Kuchen zusammen und freuen sich, an diesem schönen Nachmittag dabei gewesen zu sein!
Wir bedanken uns bei der Dotterstiftung für die Finanzierung dieses schönen Angebots.
Nach langer Pause endlich wieder einmal ein Spaziergang mit den Grautieren, juchuu! Tatsächlich sind Henry und Max, zwei alte Bekannte von den Streuobstwiesen in Eberstadt, mit dabei! Die kleine Herde besteht jedoch auch noch aus Frodo, der Streifen an den Beinen trägt; Ferdinand, ein weiß-grauer Esel und besonderes Sensibelchen. Dazu gehören auch Gandolf, ein weißer Esel, der gern hinten geht sowie Winni Pooh, ein kleines, braunes Tier, das leicht mal erschrickt. Die sechs Gesellen beweiden im Hauptamt einen Bereich des Griesheimer Waldes. Heute jedoch dürfen wir mit ihnen darin spazieren gehen. Die Esel stehen nahe am Haus Waldeck, am Rande eines Spazierweges, und erwarten uns schon zusammen mit ihrer Betreuerin Sarah Wieser.
Los geht es erst einmal mit etwas Zaumzeug um den Kopf und je ein oder zwei Stricke zum Führen. Als alle startklar sind, finden sich schnell Partnerschaften zusammen, wer mit wem losgeht. Vorneweg marschiert ein tiererfahrener Großvater mit seinem kleinen mutigen Enkel, der sich geschickt beim Führen einbringt.
Gemütlich zieht die Gruppe über die Wege im Wald, immer auch darauf bedacht, dass die Tiere nicht zu viele Gelegenheiten zum Stehen bleiben und Naschen am Wegesrand wahrnehmen. Tiere und Menschen verstehen sich alle bestens an diesem sonnigen Nachmittag und freuen sich über die gemeinsame Unternehmung. Zwischendurch wird eine kleine Rast zum Trinken und Stärken für die Zweibeiner eingelegt. Dann geht es auch schon wieder heimwärts, das letzte Stück über eine Gasse vorbei am Altenwohnheim zum Stellplatz.
Dort angekommen machen wir erstmal ein tolles Gruppenfoto, wenn sich denn die Herren Esel mal endlich von der richtigen Seite zeigen würden…!
Zum Schluss werden die neuen Freunde noch ein wenig gebürstet, gestreichelt und gekuschelt. Die Hufe kratzt Sarah Wieser aus und dann geht es zurück auf den Stellplatz. Manch Esel geht nicht ganz freiwillig, denn vor dem Zaun scheinen das Gras und die Kräuter wohl eindeutig grüner zu sein.
Hochzufrieden und fröhlich verabschiedet sich die Gruppe und hofft schon auf eine Wiederholung später im Jahr.
An einem regnerischen kalten Dienstagnachmittag ging es zu einer besonderen Führung in das Schlossmuseum in Darmstadts Mitte. Zwei Ehrenamtliche und eine hauptamtliche Mitarbeiterin vom Demenzforum erwarteten die angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer im trockenen Eingangsbereich. Leider kamen nicht alle angemeldeten Gäste, so dass eine kleine Runde zur Führung aufbrach.
Und dann konnten wir auch schon gleich die Kammerzofe kennenlernen, die uns durch das Schlossmuseum führen sollte. Unsere Kammerzofe war in originalgetreuer Kleidung erschienen.
So konnten wir einen Eindruck gewinnen, wie man sich in damaliger Zeit gekleidet hat, so dass man auch im kältesten Winter nicht friert.
Ebenso wurde uns verdeutlicht, dass das Tragen eines Fischbeinkorsetts oder auch eines Korsetts, welches mit Reetstangen gestärkt war, eine sehr gute Stütze und ein durchaus angenehmes Tragen dargestellt hat. Man durfte auch auf ausdrücklichen Wunsch hin sogar auf Tuchfühlung gehen und die Kleidung auch anfassen.
Imposant war auch zu erfahren, wie in damaliger Zeit nach Ehegatten für unverheiratete Töchter der Herrschaften gesucht wurde. Es wurde ein Maler engagiert, der die Damen möglichst vorteilhaft darstellte und mit diesen Werken unter den Armen machten sich Bedienstete auf, um dem ausgewählten Interessenten seine evtl. zukünftige Gattin vorzustellen.
Mit diesen und anderen Geschichten sowie vielen Eindrücken, die wir in den Räumen aus dieser Zeit gewinnen konnten, verbrachten wir einen kurzweiligen Nachmittag.
Wir bedanken uns für die Führung bei der Kammerzofe.
Nach und nach kommen die Teilnehmenden in den großen Saal des Memory Hauses. Dort wartet schon ein weiter Kreis von Sitzgelegenheiten, in deren Mitte ein schöner Topf mit Frühlingsblühern steht. Draußen lacht die Sonne vom blauen Himmel herab. Vor den großen Fenstern hat eine große Blutpflaume ihr schönstes Frühlingsgewand aus rosa-weißen Blüten angezogen! Ja, der Frühling schaut herein, als er an diesem Nachmittag besungen wird.
Petra Acker wendet sich an die Gäste, mit ein paar Lockerungsübungen erstmal warm werden. Das ist unterhaltsam, wie sich alle ein wenig recken und strecken. Dann geht’s auch schon lustig los mit dem einfachen Kanon „Bruder Jakob“ und einem weiteren Kanon gleich hinterher. Das klappt so gut, dass alle als nächstes dreistimmig singen und es klingt ganz wunderbar. So werden viele bekannte Frühlings- und Wanderlieder angestimmt an diesem Nachmittag und allen macht es sichtlich Freude. – Dabei hatten doch bei der Anmeldung noch einige ihre Zweifel geäußert, überhaupt singen zu können? Und wie sie es alle können! So gut, dass es wohlklingend durch das Haus hallt. Sehr zur Freude der Kolleginnen, die den Wohlklang bei der Arbeit genießen.
In einer kleinen Trinkpause kommt eine neugierige Kollegin schauen, ob es denn noch mehr musikalische Untermalung gibt und stimmt in der 2. Runde gleich selbst mit ein. Im Nu ist das Singtreffen zu Ende. Die Gäste gehen wohlgelaunt nach Hause, und selbst die Mitarbeiterinnen tragen ein Lächeln im Gesicht an diesem Nachmittag.
Am 26. Februar war es wieder so weit: es ging ins „Stroh“, die junge Tanzschule in Darmstadt-Eberstadt, hinter der Wartehalle zentral gelegen.
Im Empfangsbereich warteten schon die frisch gedeckten Kaffeehaus-Tische auf uns. So ergaben sich schon kleine Gesprächsrunden. Mit einem großen „Hallo“ wurde unsere Tanzlehrerin Katja begrüßt. Manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer kannten sie schon vom letzten Tanztermin. Aber auch neue Gäste gesellten sich dazu. Aus ihrer Erzählung konnte man entnehmen, dass sie große Tanzsport-Begeisterte waren. Wenn die guten alten Zeiten auch schon einige Jahre zurücklagen, waren die Erinnerungen daran doch sehr lebendig. Bei der Erzählung über ein Tanzturnier in der Jahrhunderthalle in Höchst leuchteten die Augen.
Katja, unsere Tanzlehrerin, brachte die Gruppe im Stuhlkreis mit einer rhythmischen Klatsch-runde auf Touren. Die bunte Deko im Raum erinnerte an die zurückliegende Fastnacht und so wurden die Stühle zur Seite geschoben, um Platz für schwingende Bewegungen mit Luftballons zu machen. Diese gingen dann in Tanzschritte über, die zu immer neuen Melodien variierten.
Die Zeit verging wie im Flug… Bei einer abschließenden Kaffee- und Kuchen-Runde war die Stimmung gut und alle freuten sich auf die in Aussicht gestellten weiteren Termine.
Wir bedanken uns bei der Dotterstiftung für die Finanzierung der Veranstaltung.
Welch eine intensive musikalische Reise durch die Jahrzehnte beim 74. Dotterkonzert im Ernst-Ludwig-Saal in Darmstadt-Eberstadt. Mit vertrauten Schlagern von Udo Jürgens, Hildegard Knef, Nana Mouskouri, Georg Franz Kreisler bis hin zum Volkslied „Die Gedanken sind frei“ bot sich ein buntes Kaleidoskop bekannter Lieder, Schlager und Chansons. Insgesamt 23 Angehörige, Betroffene und Begleiter des DemenzForumDarmstadt erlebten an diesem Abend Unterhaltung auf höchstem Niveau.
Durch das Erklingen diverser Instumente – Klavier, Trompete, Ukulele, Glocken und Stimme (bis zum hohen C !) - sowie einem facettenreichen Schauspiel, konnte der anstrengende Alltag für die Gäste in den Hintergrund treten.
Horst Maria Merz und Antje Rietz ist es gelungen, den ein oder anderen Jauchzer aus der Kehle der Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu entlocken. Und in allen Augen war zu lesen: “Ich spüre das Glück und öffne mein Seelen-Fenster, um es hereinzulassen“.
Wir bedanken uns bei der Dotter-Stiftung für die Finanzierung dieses schönen Angebots.
Die Sonderausstellung „RAISE THE ROOF“ auf der Mathildenhöhe lockte schon seit Sommer letzten Jahres viele Besucher an. Die Künstlerin Nevin Aladag bedient sich in ihrem Werk verschiedener künstlerischer Ausdrucksformen wie Malerei, Skulptur, Textil-, Klang- und Video-Elementen, die in ihrer Verknüpfung vielfältige Sinneswahrnehmungen und neue Interpretationen ermöglichen.
Das hat auch eine Gruppe von 16 Gästen des Kulturprogramms „Bewegen & Begegnen“ in die Ausstellung gelockt.
Die zwei jungen Mitarbeiterinnen des Institut Mathildenhöhe Maren Meier und Julia Hichi führten die Gruppe durch die verschiedenen Räume der Ausstellung und brachten den Gästen die Aussagen der Ausstellungsstücke und ihre Bezüge zu den Themen der Künstlerin, zu Zeit und Raum nahe.
Die farbenfrohen Bildflächen im ersten Raum verknüpft mit verschiedenen Musikinstrumenten schienen miteinander zu spielen, Klänge heraufzubeschwören. Skulpturen, die übergroß an Instrumente erinnern, füllten den Raum mit einer besonderen Präsenz. Fasziniert schauten die Gäste im nächsten Raum auf drei wandfüllende Videoleinwände. Sie konnten Geräusche und Bewegungen von klingenden Alltagsgegenständen in unterschiedlicher Umgebung verfolgen, mal im städtischen Raum, mal in der Natur und wüstenartigen Landschaften. Die Orte stehen in Verbindung mit den Lebens- und Erfahrungsorten der Künstlerin und entfalteten in diesem ansonsten ganz stillen Raum eine beeindruckende Nähe und zogen geradezu in ihren Bann.
Im nächsten Raum fielen an der Wand Abdrücke von Kanonenkugeln auf gespannten Notenlinien ins Auge. Davor waren allerlei stilvolle Möbel aus der Zeit um 1910 arrangiert, die auf die Tradition des Ortes Künstlerkolonie Mathildenhöhe verwiesen. Die Möbel gaben auch einen Hinweis auf das früher verbreitete Musikzimmer, indem sie selbst durch Elemente von Instrumenten ergänzt zu Musikinstrumenten verwandelt erschienen. Hier wurde von einigen Gästen wie schon im ersten Raum erneut bedauert, dass all die gezeigten Objekte nicht berührt oder gar „bespielt“ werden durften, obwohl sie einen hohen Aufforderungscharakter zeigen.
Im letzten Raum wurden die Teilnehmenden jedoch mit einem besonderen Objekt entschädigt. Denn hier stand eine Großskulptur, die aus verschiedenen Instrumenten eine Einheit formte. Dort konnten die Gäste an verschiedenen Stellen selbst Töne und Klänge erzeugen und gemeinsam das Objekt erklingen lassen. Da gingen auch eher zurückhaltende Menschen einmal an das Objekt heran und schlugen den einen oder anderen Ton an. Das bereitete viel Vergnügen und war ein schöner Abschluss dieser interessanten Führung.
Wir bedanken uns beim Institut Mathildenhöhe, insbesondere bei Maren Meier und Julia Hichi für diese eindrucksvolle Führung und den besonderen Zugang zum Werk der Künstlerin.